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Pruefen Rufen Druecken kleinDrücken kann Leben retten!

Bei einem plötzlichen Herzstillstand zählt jede Sekunde. Mit einer Herzdruckmassage kann aber jeder ein Leben retten: "Prüfen–rufen–drücken" lautet die Devise. Das lernen Schüler in vielen Wilhelmshavener Schulen. Unter anderem an der Franziskusschule steht das Thema jährlich auf dem Plan.

Bericht in der WZ vom 08.06.2017

Vormittags an der Franziskusschule in Wilhelmshaven: Laute Beats dröhnen aus den Lautsprechern. Es ist der betagte Disco-Hit „Stayin’ alive“ von den BeeGees aus den 70er-Jahren. Jetzt aber gibt er Schülern den Takt vor, der im Notfall sogar Leben retten kann. „1, 2, 3, 4“, zählt der Schulsozialarbeiter Thomas Kurth ein. Die Jugendlichen hocken auf dem Boden in einem Kreis, drücken mit den Handballen auf den Brustkorb ihrer Übungspuppen. „Ha – ha – ha – ha – Stayin’ alive – Stayin’ alive . . .“ singen die BeeGees. Kurth ist zufrieden – und die Schüler so langsam außer Atem.

Sie nehmen am Projekt „Prüfen – rufen – drücken“ teil, das inzwischen an vielen Schulen in Wilhelmshaven durchgeführt wird. Die Jugendlichen sollen dabei lernen, wie sie eine bewusstlose Person wiederbeleben und im Notfall Hilfe rufen. Fachliche Unterstützung kommt von Michael Mindner, ärztlicher Leiter Rettungsdienst in Wilhelmshaven. Der plötzliche Herztod sei eine der häufigsten Todesarten – und es könne jeden treffen, selbst Sportler oder junge Menschen ohne Vorerkrankung, sagt er. Tatsächlich würden viele sterben, weil Anwesende nicht geholfen haben. Um so wichtiger sei es, den Jugendlichen so früh wie möglich zu vermitteln, wie einfach Erste Hilfe sein kann. "Prüfen, rufen, drücken – diese drei Dinge seien kinderleicht zu merken", erklärt der Mediziner: Prüfen, ob die Person noch ansprechbar ist und atmet, den Notruf 112 rufen und mindestens 100 Mal pro Minute in die Mitte des Brustkorbs drücken.

So könne die Überlebenschance verdoppelt oder verdreifacht werden. Der Mediziner weiß aber auch, dass sich viele Menschen schlicht nicht trauen, eine Herzdruckmassage anzuwenden. Genau das müsse sich ändern, sagt Mindner. Denn im Ernstfall zähle jede Sekunde. Bereits wenige Minuten nach einem Herzstillstand wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zu dauerhaften Schäden führen kann. Im Vorfeld des Projektes hat Mindner einige Lehrer geschult, die mit allen Klassen fünf bis zehn dieses Erste-Hilfe-Projekt an der Franziskusschule durchführen. In anderen Schulen leitet er die Lehrer ebenfalls an und rührt zudem die Werbetrommel für das Projekt.

Seiner Meinung nach müsse das Thema Erste Hilfe und Wiederbelebung selbstverständlich an jeder Schule behandelt werden. "In skandinavischen Ländern ist es sogar ein Pflichtfach an Schulen", weiß Mindner. An der Franziskusschule soll die Aktion jedes Jahr in Form einer Projektwoche stattfinden, damit die Technik und das spontan richtige Handeln in Fleisch und Blut der Kinder und der Lehrer übergeht. Projektleiter ist Bernhard Steinkamp.

Eine Spende des Service-Clubs Kiwanis ermöglichte es der Schule, ausreichend Übungspuppen anzuschaffen. "Uns ist dieses Thema sehr wichtig", sagt Schulleiter Georg Kallage, der sich über das Engagement der Lehrer und Schüler freut. Zudem würden die Jugendlichen lernen Verantwortung für andere zu übernehmen – und das nicht nur in einem lebensbedrohlichen Notfall.

 

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