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Bericht in der Wilhelmshavener Zeitung von Di, 18.9.2018 / Ursula Grosse Bockhorn

WIHELMSHAVEN. (gb) Die Erdbevölkerung hat sich in den vergangenen 100 Jahren verdreifacht. Doch der Verbrauch natürlicher Ressourcen auf der Erde ist im gleichen Zeitraum um das Zehnfache gestiegen. Björn Wiele vom Verein Multivision liefert harte Fakten, als er im Forum der Franziskus­schule rund 230 Schüler für das Thema Nachhaltigkeit zu interessieren versucht. Mit der Bildungskampagne „Reduse“ tourt der Politikwissenschaftler durch die weiterführenden Schulen in ganz Deutschland. Die Informationsreihe ist anerkannt von der Unesco, der Bildungsorganisation der Vereinten Nationen.

 

„Reduse“, das Motto-Kunstwort verweist auf „reduce“ (reduzieren), „reuse“ (wiederverwenden) und „recycle“ (wiederverwerten) von Rohstoffen. Sparsamer Verbrauch und anschließende Rückführung von Rohstoffen in den Produktionskreislauf ist das Gebot der Stunde, vermittelt Wiele den Jugendlichen. Denn: Selbst nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Baumwolle stehen nicht unbegrenzt zur Verfügung. Denn alles was wächst, braucht Zeit. Zeit, die die Konsumgesellschaft oft der Regeneration nicht lässt, wie überfischte Fischbestände zeigen.
Vor allem die reichen Länder sind es, die zum rasanten Anstieg des Rohstoffverbrauchs beitragen. Das führt der Film vor Augen, mit dem die Kampagne Zusammenhänge aufzeigen will. Während der junge Afrikaner Rohstoffe aus Felswänden klopft, widmen sich junge Europäer dem Shoppen.

red 500
Doch eine der Protagonistinnen beginnt zu zweifeln. Einen Monat will sie dem Konsumrausch entsagen. „Was bringt das?“, fragt eine Schülerin. Für Björn Wiele ist das der falsche Ansatz. Es gehe nicht darum, gleich die Welt zu retten. Sondern darum, einen ersten Schritt zu gehen, um etwas besser zu machen. Auch Politik und Wirtschaft hingen vom Verhalten der Bürger und Verbraucher ab, sagt er. Und: „Ihr seid die Generation, die entscheidet.“
Dass es nicht nur um Moral, nicht nur um Empathie mit den unter Sklavenbedingungen schuftenden Produzenten der Konsumartikel geht, macht er am Beispiel der Handys deutlich, die bei den Jugendlichen hoch im Kurs stehen. Die bestünden zur Hälfte aus Plastik, also aus Erdöl. Dessen Vorkommen sind mutmaßlich in 40 bis 50 Jahren erschöpft. Noch näher liege das voraussichtliche Ende der Kupfer-Vorkommen – 31 Jahre: „Das werdet Ihr noch erleben.“ Sein Appell: Defekte Handys nicht in der Schublade liegen lassen, sondern zum Recycling bringen. Und natürlich möglichst selbst ein Recycling-Produkt kaufen, statt alle zwei Jahre das neueste Modell haben zu wollen.